Vakko Lokum bei Gourient.de

 

 

 

 

Beim Lokum geht es, wie so oft bei Türkischen Spezialitäten, darum, eine Köstlichkeit aus einfachen Zutaten in einem sorgfältigen und lange andauernden Prozess entstehen zu lassen. Das Stichwort 'lange andauernd' gilt bezogen auf das Lokum gleich in doppelter Hinsicht. Schließlich gilt Lokum als eines der ältesten Konfekte, das seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bis heute in nahezu unveränderter Form hergestellt wird. Dabei reicht die Geschichte des Lokum sogar noch weiter in die Vergangenheit.

 

Seit dem 15. Jahrhundert wird in der Türkei aus Honig und Mehl das ursprüngliche Lokum hergestellt. Dieses ältere Lokum hatte allerdings eine etwas bröselige Konsistenz, wie das heutige Helva. Im Jahre 1777 gelang es einem jungen Konditor namens Bekir Efendi, gerade aus Araç in der Schwarzmeer-Provinz Kastamonu eingereist, durch eine neue Komposition der Lokum Zutaten, Aufsehen zu erregen. Die wesentliche Veränderung des Lokum bestand darin, dass er statt Mehl die feinere Speisestärke mit einem höheren Gehalt an Bindemitteln verwendete. Durch das langsame, über Stunden dauernde Einkochen des Lokum entstand so eine Gelee-artige Verbindung mit dem Honig und später auch mit Rübenzucker.

 

Der Legende nach ist diese Lokum Kreation anlässlich eines Wettbewerbs unter den Konditoren im Reich Abdülhamid I. entstanden. Dieser Sultan sann nach einem auserlesenen Naschwerk für seine Haaremsdamen und soll nach dem Genuss des neuen Lokum Bekir Efendi, der sich nach seiner Pilgerreise nach Mekka Haci Efendi nannte, zum ersten Konditor am Hofe ernannt haben. Nun, das erzählt man sich bis heute, aber, ob es sich dabei wirklich um die Entstehungsgeschichte des Lokum handelt ist nicht einwandfrei belegt. Sicher jedoch ist, dass das Unternehmen des Lokum Erfinders Haci Bekir, 1777 gegründet, bis heute existiert und seit jeher Lokum Hoflieferant und in neuerer Zeit Lieferant von Präsidenten und Regierungschefs ist. Natürlich haben sich im Laufe der Jahrhunderte auch andere Firmen des Lokum angenommen und eine Vielzahl weiterer Lokum Spezialitäten kreiert.

 

Heute wird die noch flüssige Lokum Masse mit Fruchtsaft, Rosenwasser oder dem Baumharz Mastix gewürzt. Dazu können getrocknete Aprikosen oder Feigen kommen. Am beliebtesten aber ist Lokum mit Beigabe gerösteter Erd-, Hasel- oder Walnüsse und ganz besonders edler Pistazien. Wenn das Lokum beginnt zu erstarren, wird es zu einer Platte gerollt und in kleine Häppchen geschnitten. Daher kommt auch der Name Lokum. 'Lokma' bedeutet im Türkischen nämlich 'Happen' oder 'Bissen'. Am Schluss wird das Lokum mit Puderzucker, Kokosraspel oder Kakaopulver bestreut. Ganz besonders auserlesenes Lokum, wie das von Vakko, wird mit feinster Schokolade überzogen. Klassischerweise wird Lokum zum Türkischen Kaffee oder Tee gereicht. Aber eigentlich wird Lokum bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne genascht.